Patentamt Jahresbericht 2025 – GEISTWERT kommentiert (Teil 1)

Österreichs Innovationsmotor läuft wieder spürbar schneller: Der Jahresbericht 2025 des Österreichischen Patentamts (ÖPA) zeigt einen klaren Aufwärtstrend bei Schutzrechtsanmeldungen – und zugleich, wie stark Services, Digitalisierung und internationale Kooperationen weiter ausgebaut wurden. In diesem Beitrag fasst GEISTWERT die wichtigsten Punkte aus dem Bericht zusammen – mit Blick darauf, was das für Unternehmen, Start-ups, Forschungsinstitutionen und Kreativschaffende konkret bedeutet.

Direkt zum Bericht: Jahresbericht 2025 – Österreichisches Patentamt

Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick

Der Bericht weist für 2025 insgesamt 2.272 Erfindungsanmeldungen (Patente und Gebrauchsmuster) aus. Gleichzeitig wurden 5.022 Markenanmeldungen beim ÖPA eingereicht. Im Designbereich nennt der Bericht 294 Designanmeldungen.

Für GEISTWERT bemerkenswert ist die starke Nutzung von Unterstützungsleistungen: Insgesamt werden 1.850 Services ausgewiesen. Wenn Anmeldezahlen und Service-Nutzung parallel steigen, ist das häufig ein Signal dafür, dass Register-IP nicht nur „formal“ angemeldet wird, sondern strategischer vorbereitet wird – etwa zur Marktabsicherung, zur Verhandlungsposition bei Kooperationen oder als Baustein für Finanzierung und Exit-Szenarien.

Wer erfindet? Unternehmen, Universitäten – und Technologiefelder

Unter den Top-Anmeldern bei Erfindungen nennt der Bericht u. a. AVL List (179), Julius Blum (105) und Siemens Mobility Austria (32). In der Liste der Top-10-Anmelder erscheint außerdem die Technische Universität Wien (25). Bei den „Top-Universitäten“ nach Erfindungsanmeldungen 2025 führt die TU Wien mit 25, gefolgt von mehreren Institutionen mit je 5 (u. a. Montanuniversität Leoben, Universität Innsbruck, Universität Linz, Universität Wien).

Bei den Technologiefeldern (WIPO-Definition) zeigt der Bericht eine Verteilung über mehrere Bereiche und listet „Top-10-Technologiefelder“ für 2025.

GEISTWERT-Kommentar: Gerade bei forschungsnahen Anmeldern entscheidet oft nicht die Anzahl, sondern die Fähigkeit, publikationsgetriebenen Output und Patentierbarkeit/Verwertbarkeit zeitlich richtig zu takten.

Marken: 5.022 Anmeldungen

Der Bestand an Marken in Österreich wird vom ÖPA mit 251.313 angegeben.

Spannend für die Praxis: Der Bericht zeigt auch die häufigsten Markenformen bei nationalen Anmeldungen – Wortmarken (2.542) und Wort-Bild-Marken (2.353) dominieren weiterhin deutlich. Top-Anmelder bei nationalen Marken (Unternehmen) sind laut Bericht u. a. Österreichische Lotterien (26), Biogena (24), Apovid Service (24) und Red Bull (19).

Einordnung (GEISTWERT): Die Dominanz von Wort- und Wort-Bild-Marken ist typisch – aber je nach Geschäftsmodell kann sich früh die Frage stellen, ob zusätzlich Form-, Farb-, Klang- oder Positionsmarken strategisch sinnvoll sind (z. B. bei Produktdesign, Packaging, Audio-Branding).

Designs: Kleinere Zahlen – oft großer Hebel

Für 2025 weist der Bericht 294 Designanmeldungen und 291 registrierte Designs aus.
Der Bestand gültiger Designs wird vom ÖPA mit 5.620 angegeben.

GEISTWERT-Kommentar: Designs werden in der Praxis oft unterschätzt – dabei sind sie für UI/UX, Produktform, Packaging und Konsumgüter regelmäßig der schnellste und kosteneffizienteste Weg zu durchsetzbaren Rechten, insbesondere in Kombination mit Markenstrategie.

Jahresschwerpunkt 2025: Forschungsinstitutionen & IP – inklusive Studie

Der ÖPA-Bericht betont, dass 2025 „ganz im Zeichen von Forschungsinstitutionen“ stand und das Patentamt sich intensiv mit deren Unterstützung und Wissenstransfer befasst hat. Im Rahmen einer Studie wurde das Patentierungs- und Verwertungsverhalten österreichischer Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen systematisch untersucht. Als quantitativer Kern wurden alle Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen österreichischer Forschungsinstitutionen seit dem Jahr 2000 erfasst; ergänzend gab es eine qualitative Umfrage mit Mitarbeitenden aus 31 Forschungsinstitutionen aus allen Bundesländern. Der Bericht nennt zudem: Seit 2000 kamen von Forschungsinstitutionen über 5.600 Patentanmeldungen.

GEISTWERT-Kommentar: Für Forschungsorganisationen wird damit (erneut) sichtbar, dass IP nicht „nebenbei“ entsteht, sondern Governance braucht: Erfindungsmeldung, Publikationsfreigabe, Standardklauseln in Kooperationsverträgen, und klare Prozesse für Spin-offs.

 

Teil 2 des GEISTWERT-Berichts und -Kommentars folgt in den nächsten Tagen …

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